Mi
16
Feb
2011
Wer sich dieses Jahr Hoffnung gemacht hat, endlich auch ein Zelt zum Feiern auf dem Reeser Marktplatz vorzufinden, wird mal wieder von der Stadt Rees enttäuscht.
Die Stadt Rees lehnt ein Zelt für die Karnevalstage ab.
Rees. Es gibt kein Zelt an den Karnevalstagen auf dem Marktplatz. Damit ist der dritte Anlauf der VGER Mobil Disco auch in diesem Jahr gescheitert.
Wie berichtet hatte Veranstalter Marcel Weyer den Antrag gestellt, von Altweiber bis Rosenmontag ein Partyzelt auf dem Reeser Marktplatz aufzubauen. Dazu erhielt er jetzt eine Anhörung der Stadt Rees mit der Absichtserklärung, den Antrag abzulehnen.
Auch SPD-Ratsherr Karl van Uem hatte den Veranstalter den Rücken gestärkt und die Verwaltung darauf hingewiesen, dass in Mehr ein Partyzelt in der Dorfmitte genehmigt wurde, in der Reeser Innenstadt dieses aber nicht möglich sei. „Im Bürgerhaus feiert die Jugend und das ist auch gut so. Im Zelt sollte das ältere Publikum und die Zugteilnehmer angesprochen werden, die nach dem Rosenmontagszug dort hätten feiern können."
Das sieht die Stadtverwaltung allerdings anders und begründet die Ablehnung so: „Der Gesetzgeber hat im Landesimmissionsgesetz den Grundsatz des Schutzes zur Nachtruhe festgelegt (abends 22 bis 6 Uhr morgens). Die zugelassenen Ausnahmen im Einzelfall sind an strenge Voraussetzungen geknüpft. Diese sind jedoch im Ergebnis der vorgenommenen Abwägung der verschiedenen Interessen nicht erfüllt."
Nach dem Antrag von VGER sei der Beginn der Nachtruhe an drei Tagen erheblich um jeweils fünf Stunden überschritten. Der Markt sei von einer verdichteten drei- bis viergeschossigen Bebauung umgeben. Diese Bebauung verhindere in erheblichem Maße das Entweichen des von der Musikanlage verursachten Schallpegels.
Ein weiteres Argument: „Auf dem Markt, die Nebenstraßen nicht mitgerechnet, wohnen insgesamt 171 Menschen, davon sind 69 Menschen alter als 60 Jahre und 49 älter als 70 Jahre. Es ist zu vermuten, dass diese älteren/alten Menschen neben einem altersbedingten erhöhten Ruhebedürfnis zum Teil auch an altersbedingten Krankheiten leiden. Darauf ist in besonderer Weise Rücksicht zu nehmen." Den Interessen der Anwohner müsse der Vorzug gegeben werden.
Die Stadtverwaltung hat aber auch dem Vergleich mit der geplanten Veranstaltung in Mehr widersprochen. „Die Veranstaltungen in Mehr haben eine völlig andersartige Basis. Dort plant ein großer Teil der gesellschaftlichen Kräfte des Ortsteils, von den Gastronomen bis hin zum neu gegründeten Karnevalsverein 4242 Rees 4 e.V., Veranstaltungen durch Akteure des Ortsteils für den Ortsteil. Dafür bestehe in Mehr eine umfängliche Akzeptanz und ein breiter gesellschaftlicher Konsens.
Marcel Weyer hätte noch die Chance gehabt, vor Zusendung des abschließend Versagungsbescheides weitere tragende Gründe zu äußern. Davon hat er abgesehen.
Vielleicht findet sich im Gespräch mit der Verwaltung für das Jahr 2012 eine Lösung.
Quelle: NRZ 16.02.2011